Sonntag, 6. September 2009

Colorado River Tour / Arizona

Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es zuerst mit dem Car durch einen langen Tunnel den Canyon hinab, zu den Anlegestellen der Schlauchboote. Bevor wir jedoch in den Tunnel fahren durften, mussten wir eine Sicherheitskontrolle der US-Army passieren, die die Zufahrt zum Damm sicherte. Der Tunnel war mehrere Kilometer lang und sehr steil. Er führte uns zu einer Plattform, von dort aus wir auf die Boote aufgeteilt wurden. Es war ein Bilderbuchmorgen. Hinter uns der riesige Glen Dam, vor uns der noch ruhig fliessende Colorado River.

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Wir waren um die 10 Passagiere auf dem Schlauchboot. Wer jetzt denkt, dass wir Flussabwärts paddeln mussten, der hat sich geirrt. Schliesslich war ich hier im Land der Fastfood-Ketten. Aus dem Grund hatte das Schlauchboot auch einen starken Aussenbordmotor. Jedoch liessen wir uns grösstenteils stromabwärts treiben ohne den Motor zu gebrauchen. So konnten wir entspannt den neuen Morgen geniessen. Im Licht der aufgehenden Sonne erstreckte sich vor uns das wunderschöne Flussbett des Colorado River's mit seinen roten steilen Felswänden.

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Am Ufer erspähten wir Reiher, Adler und Geier. Wir passierten Fischer, die im kalten Wasser standen, und ihre Fischerschnur über das Wasser schwangen. Kanufahrer kamen uns flussaufwärts entgegen und ab und zu sahen wir ein Parkranger auf seiner Patrouille. Der Colorado River, so erzählte uns unser Guide (übrigens ein etwas stämmiger Indianer), darf von Allen frei benutzt werden. Auch das Zelten am Ufer ist kostenlos. Etwas weiter flussabwärts legten wir einen halbstündigen Stop in einer Sandbucht ein. Es gab Toiletten und kalte Orangenlimonade. An einer Felswand, wenige Meter vom Ufer entfernt, zeigte uns unser indianischer Begleiter Felszeichnungen, die vor Jahrhunderten von indianischen Hirten in die roten Felsen geritzt wurden.

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Kurze Zeit später ging es weiter flussabwärts. Wir passierten den Horseshoe Bend, den wohl bekanntesten Felsen und beliebtes Fotoobjekt auf dem Weg zum Crand Canyon. Vom Fluss aus, sah man die Besucher, die 400m weiter oben am Felsrand standen. Bemerkenswert ist, dass die Aussichtsplattform keine Absperrungen hat. Von oben gesehen, macht der Colorado River ein 180° Wende (eine hufeisenförmige Schleife). Vom Fluss aus sieht das Ganze etwas unspektakulärer aus. Jedoch habe ich mir eine Postkarte von der genannten Aussicht besorgt.

DSC_0651 Auf der Weiterfahrt passierten wir eine Gruppe, die sich soeben am Uferrand für eine einwöchige Flussfahrt bereit machte. Sie bepackten zwei grosse Schlauchboote und verstauten Proviant und andere Vorräte in zwei kleinen Beibooten. irgendwie beneidetete ich die handvoll Touristen, die dieses Abenteuer durch den Grand Canyon erleben durften, gerade ein wenig. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre ich sicher auch auf ein solches Abenteuer.

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Ein weiterer Höhepunkt auf unserem Kurztrip war, als uns unser indianischer Guide, auf einmal eine Holzflöte aus einer Tasche zog und uns fraget, ob er uns etwas darauf vorspielen dürfe. Es war eine ähnliche Holzflöte, auf der uns auch schon der Indianer im Antelope Canyon etwas vorspielte. So fing unser Begleiter an zu spielen. Um uns herum war es absolut still. Die hohen Felswände des Colorado River gaben die einzelnen Töne immer wieder zurück. Es war eine eindrucksvolle Stimmung. Mit geschlossenen Augen entlockte er seiner Flöte langgezogene Laute, die zum Teil eher Vögellauten ähnelten. Als er die Flöte absetzte, erntete er spontanen Applaus, für seine schöne Vorstellung.

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Nun hatten wir es aber eilig, um rechtzeitig zum Endpunkt unseres Trips zu gelangen. Mit Hilfe des Aussenbordmotors fuhren wir nun flussabwärts. Langsam wechselte auch die Vegetation um uns herum. Aus roten Felswänden wurden zum Teil grosse hohe Sanddünnen. Nach etwa 15-minütiger Fahrt erreichten wir unseren Endpunkt. Mittlerweile war das Thermometer bereits über 30° C geklettert. Ein Bus erwartete uns am Ufer. Wir verabschiedeten uns von unser Guide und stiegen in den klimatisierten Bus ein, der uns zurück nach Page fuhr. Für mich war es ein unvergessliches Erlebnis, einmal einen Teil des über 2000km langen Colorado River zu befahren und seine Grösse und Schönheit zu geniessen.

2Zurück in Page, bekam ich dann doch noch mein bestelltes Lunchpaket, das ich eigentlich am Morgen mitnehmen sollte. Jedoch hat mir dies niemand mitgeteilt, dass ich es selbst abholen musste. Danach machte ich mich auf zu meinem Motel, wo ich in mein fertig gepacktes Auto stieg und mich aufmachte in Richtung nächstes Highlight: "Monument Valley im Navajo Reservat ".

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