So hier bin ich wieder. Tut mir leid, musstet Ihr solange auf meinen nächsten Eintrag warten! Leider habe ich bis heute nicht mehr die Zeit gefunden, einen Eintrag zu schreiben. Es hört sich sicherlich komisch an, da ich ja die ganze Zeit eigentlich frei hatte. Jedoch war ich immer unterwegs oder hatte etwas los. Ich gebe mir jedoch Mühe, meinen Blog auf den aktuellsten Stand zu bringen und versuche deshalb mich ein wenig kürzer zu fassen. :-)
Diese Erlebnisse in diesem Beitrag habe ich am 4./5. Mai gemacht. Also schon einige Zeit her...
Von San Antonio (Texas) fuhr ich also weiter durch die Wüste von Texas Richtung El Paso. Da die Distanz jedoch zu groß war, um sie in einem Tag zu bewältigen übernachtete ich in Fort Stockton, einer kleinen Stadt inmitten der Wüste. Auf der Fahrt dorthin erlebte ich noch folgendes:
Zuerst fuhr ich durch verlassenen hügelige Landschaften. Nur ab und zu erblickte ich einen dieser typischen amerikanischen Briefkasten, mit dem Fähnchen, am Straßenrand. Meist war jedoch weit und breit kein Haus, geschweige dann ein Mensch zu sehen. Je mehr ich Richtung Westen fuhr, desto flacher wurde die Landschaft. Der Highway (der sich auf zwei Spuren verengt hatte) führte meist über mehrere Zehn Kilometer gerade aus. Perfekt um mich in meinem elektronischen Sitzen nach hinten zu lehnen, den Tempomaten einzuschalten und die Landschaft zu genießen. Weit und breit kein Auto in Sicht. Nur ab und zu kreuzte mich einer diesen riesigen amerikanischen Trucks. Als ich wieder mal auf die Straße blickte, sah ich ein kleiner Punkt auf meiner Straßenseite am Horizont. Ein Auto dachte ich mir und wandte meinen Blick wieder der Landschaft zu. Als ich das nächste Mal auf die Straße blickte, erstarrte mein Blick. Der Punkt war größer geworden. Ich konnte einen Jeep, der sich schnell mir näherte! Ich fahre doch nicht so schnell, dachte ich mir. Und dann plötzlich begriff ich, was hier los war. Der Jeep kam mir auf meiner Überholspur entgegen!!! Der Falschfahrer fuhr seelenruhig neben mir vorbei, als sei es nichts ungewöhnliches. Ich stand so unter Schock , dass ich nicht fähig war, irgend etwas zu unternehmen. Ich verfolgte nur mit meinem Blick den Jeep im Rückspiegel. Erst Sekunden später begriff ich, was geschehen war! Und plötzlich wurde mir die immense Gefahr bewusst, die er darstellte! Wenn zwei große tonnenschwere Trucks sich überholen (und das bei ca. 110km) und dann kommt da ein Jeep entgegen (mit auch etwa 90km)....Adieu!!! Das musste ich verhindern. Ich überlegte kurz, schaute auf mein Handy, Empfang hatte ich zum Glück gerade. Ich wählte 911, die Notrufnummer in den USA und Kanada. Der Telefonistin am anderen Ende erzählte ich mit aufgeregter Stimme, was vorgefallen ist. Sie verstand nur die Hälfte. Sie verband mich mit dem nächsten Police Station in der Gegend. Nochmals erklärte ich alles im Detail. Die Stelle hatte ich mir anhand der kleinen Kilometertafeln am Straßenrand gemerkt. Er nahm meine Kontaktdaten auf, und versprach sich darum zu kümmern. Er werde sich bei mir melden. Es dauerte etwa 5 Minuten, als plötzlich, wie aus dem Nichts zwei Streifenwagen mit Sirene und Blaulicht neben mir vorbei schossen. Wo um alles in der Welt kamen jetzt die her, fragte ich mich! Ich sah von einem Horizont bis zum Anderen kein Haus. Nichts weiter als Sand, Steine und Büsche...
Kurze Zeit später klingelte mein Handy. Der Officer erklärte mir, Sie hätten ein blauen Toyota gesichtet. Er erkundigte sich bei mir, ob es sich um dieses Fahrzeug handelte. Ich bestätigte es ihm. Er legte auf. Zehn Minuten später klingelte es abermals. Der Officer erklärte mir, dass sie den Wagen gestoppt hatten. Die ältere Dame sei nun wieder auf der richtigen Seite unterwegs. Die Gefahr bestehe nicht mehr. Er bedankte sich herzlich bei mir für mein Verhalten und wünschte mir eine gute Weiterfahrt. Ich war merklich erleichtert und auch ein wenig stolz auf mich. God job! sagte ich zu mir selber und entspannte mich. Das Schild an der Straßenseite kündigte mir Fort Stockton an.
Das einzige Nennenswerte, dazu war, das überwältigende Abendrot nach den Sonnenuntergang.
Der Horizont sah aus, alles würde er brennen!
Am nächsten Tag entschloss ich mich, einen kleine Umweg zu fahren, um die größten bisher entdeckten Naturtropfsteinhöhlen der Welt zu besuchen. Die Carlsbad Caverns am südlichen Rand vom State New Mexico. Die tiefste Höhle liegt knapp 500m unter der Erdoberfläche.
Bekannt sind die Höhlen auch deswegen, weil bei Einbruch der Nacht, ca. eine viertel Million Fledermäuse die Höhle verlassen. Dieses Ereignis konnte ich jedoch nicht erleben, da ich heute noch bis nach El Paso fahren wollte.
Aber auch so war der Besuch die Zeit wert. Ich konnte alleine in das Höhlensystem herabsteigen. Bewaffnet mit meiner Fototasche, genügend Wasser und einer Taschenlampe, stieg ich in die Tiefe hinab. Der Weg war gut gekennzeichnet. Ich war froh um die Abkühlung von 40°C auf 13°C.
Als ich die Erste Höhle betrat, sah ich folgendes:
Auf den Fotos ist kaum zu erkennen, wie groß die einzelnen Höhlen in Wirklichkeit sind. Die größte Höhle ist in etwa so groß, wie ein mittleres Eisstation! Also riesig... ich bezeichne mich nicht gerade als fanatischen Höhlenforscher und Fan (zumindest nicht, was diese Art von Höhlen betrifft), aber was ich da sah, war schlicht und einfach überwältigend!
Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt nur ein kleines Dreibeinstative bei mir. Es gelangen mir dennoch einige gute Fotos.
Kaum zu glauben, welche Formen in diesen Höhlen alles zu finden sind.
Diese Gesteinsformen erinnerten mich eher an Korallen, denn als Steine.
Ich will mich nicht mit fremden Rum ehren. Die beiden letzten Fotos stammen nicht von mir.
Die Höhlen entstanden in der Eiszeit. Lange bevor die Dinosaurier lebten. Anders als die normalen Tropfsteinhöhlen entstanden die Höhlen durch aggressive Schwefelsäure. Dies erklärt auch den starken Schwefelgeruch in den Höhlen und die kuriosen Gebilde und Formen der Gesteine. Die Höhlen sind voll von Tier- und Pflanzenfossilien. Bis heute sind die Carlsbad Cavers nur bis zu einer gewissen Tiefe erforscht. Es wird angenommen, dass die Höhlen noch sehr viel tiefer sind...
Den Aufstieg zur Oberfläche bewältigte ich mit dem Lift. Wieder an der Erdoberfläche angekommen, machte ich noch eine lustige Bekanntschaft mit zwei Cowboys aus New Mexico, die ich jedoch kaum verstand (lag einerseits am Dialekt und andererseits am Kautabak in ihrem Munde)
Nach einem kurzen Smalltalk an der brütenden Wüstenhitze von New Mexico, stieg ich in mein ebenfalls aufgewärmte Auto ein, stellte die Klimaanlage auf Maximum und machte mich auf den Weg nach El Paso.
Das mit den kurz fassen der Artikel klappt noch nicht so gut :-)