Sonntag, 6. September 2009

Monument Valley - Navajo Reservat / Utah - Arizona

5 Gegen vier Uhr nachmittags kam ich am Eingang zum Monument Vally an. Schon lange war gekennzeichnet, dass ich mich nun im Reservat der Navajo Indianer befinde, auf dem auch das Monument Vally liegt. Die Landschaft hatte sich zu einer sandigen Wüste mit nur wenigen Büschen verändert. Schon von weitem sah ich die Tafelberge, die wie abgeschnitten in der flachen Landschaft standen. Kann sich jemand noch an Forest Gump erinnern? Als er durch das ganze Land rannte... nur einmal blieb er stehen. Ungefähr an diesem Ort, wo ich das oben stehende Foto geknipst hatte. Die Tafelberge, die grösstenteils aus Sandstein bestehen, sind um die 275 Millionen Jahre alt. Das Tal liegt auf 1900m über Meer, was das Klima erträglich machte. Die in englisch sogenannten Butte sind bis zu 300m hoch. Ihre rote Färbung kommt vom vielen Eisendioxid, dass sich im Gestein befindet. Das Tal diente schon so in manchem Film (bevorzugt Western) als Kulisse. So zum Beispiel im Film: "Spiel mir das Lied vom Tod"

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Das Navajo Indianer Reservat ist das grösste Indianerreservat in der USA. Es umfasste ein Gebiet von 55`900 km2. Es geht durch die Staaten Utah, Colorado, Arizona und New Mexico. Das Reservat wird von den Navajo Indianer selber verwaltet und von einer frei gewählten Regierung geführt. D.h. selbst Barack Obama kann den Indianer keine Vorschriften für ihr Reservat machen. Die Navajo Indianer haben sich sehr gut in der neuen Zeit etabliert. Wissen wie sie aus dem Tourismus Profit schlagen können. Sie haben nebst eigenen Schulen auch eine eigene Universität. Eine eigene Polizei, Feuerwehr und Ambulanz, sowie eigene Spitäler, in denen zum Teil immer noch die alte Indianermedizin zur Anwendung kommt. Den Indianer, die ihre Tradition und Gebräuche noch sehr ausgeprägt leben, ist es verboten, Alkohol und jegliche Art von Drogen zu konsumieren. Nur durch diese strengen Gebote ist es den Indianer gelungen, sich weiter zu entwickeln. (Viele andere Indianerstämme sind durch Drogen und Alkohol ins Elend geraten, dazu aber später) Heute leben ca. 300 Navajo Indianer ganzjährig im Monument Vally und pflegen ihre Tradition.  Ihr fragt euch sicherlich, wieso ich das alles weiss. Nun, ich will es euch erzählen:

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Nach dem ich mein Auto beim Besucherzentrum auf einer leichten Anhöhe parkiert hatte und zum 4 Sterne Hotel (mitten in der Wüste wohlverstanden) schritt, kam mir ein junger Indianer in einem klein Bus entgegen und fragte mich, ob ich Lust hätte auf eine 2.5h Sunset-Tour. Ich erkundigte mich nach den Details und dem Preis. $60.- fand ich einen stolzen Preis für eine Tour. Ich erklärte ihm, dass ich mich nicht so schnell entscheiden könnte, und dass ich zuerst mal von der Terrasse aus den Ausblick geniessen möchte. Er verstand das und sagte, dass wenn ich mitkommen möchte, ich um 6 Uhr an diesem Treffpunkt sein sollte.

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Ich hatte zuvor gelesen, dass man entweder mit dem eigenen PW durch den Park fahren konnte (allerdings zu beachten sei, dass es sich hier um keine geteerten Strassen handelt, sondern nur aus Sand bestehen; daher 4x4 Antrieb von Vorteil) oder man mit Indianer eine geführte Tour unternehmen konnte, die zum Teil an nicht öffentliche Orten durchführten. So hatte ich die Wahl. Mein Dodge war zwar nicht gerade sehr tief und schwach, doch hatte ich kein Allradantrieb. Und als ich dann von der Terrasse des Hotels die überwältigende Aussicht über das Monument Tal sah, hatte ich meine Entscheidung schon getroffen. Um Punkt 6 Uhr stand ich unten an dem vereinbarten Treffpunkt.

Ich stand nicht alleine da. Zwei Frauen mittleren alters unterhielten sich und warteten offensichtlich auch auf den klein Bus. Als wenige Minuten später der gleiche Junge mit dem gleichen weissen Bus angefahren kam, schüttelten die beiden Frauen schon den Kopf. Als der Indianerjunge ausstieg, machten sie im umgehend klar, dass sie eine Sunset-Tour im offenen Geländefahrzeug gebucht hätten. Mir war das auch recht, da es angenehm warm war. Also holte unser Tourguide das andere Fahrzeug. Als er zurück kam strahlten die beiden aus New York stamenden Frauen (hatte ich in der Zwischenzeit in Erfahrung gebracht:-) Es war ein Pick-up, der auf der Landefläche eine gerüstartige Konstruktion trug, das aus drei Reihen von Bänken bestand. Wir kletterten hinauf und los ging es den Hügel hinunter ins Tal.

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Schon bald war ich froh über meine Entscheidung, die geführte Tour gewählt zu haben. Nämlich dann, als ich die Schlaglöcher und die Buckel unter meinem Allerwertesten spürte, mit der die trampelpfadartigen Wege überdeckt waren. Unser Fahrer störten diese  jedoch nicht, er fuhr in einem Tempo darüberhinweg und lachte laut, als es uns fast an die Sonnenabdeckung katapultierte. Erst als die beiden Frauen nett zu verstehen gaben, dass alle seine übereifrigen Fahrkünste an seinem Trinkgeld abgezogen würden, mässigte er sein Tempo. Wir fuhren von einem Stop zum Anderen. Laramie (so hies der 19-jährige Indianer) stellte uns die verschiedenen Felsblöcke vor und erzählte uns Geschichten über deren Entstehung. Dann ging es weiter ins Tal hinab und ab von der (normalen) Strasse! Wir holperten mit unserem Pick-up über Stock und Stein, immer mehr in den Park hinein. Schon lange kam uns kein Tourist mehr mit seinem PKW entgegen. Was nun folgte war eine unvergessliche Tour in die Lebensräume, der alten Navajo Gebiete!

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Wir besuchten zum Beispiel die Grossmutter von Laramie in ihrem aus Erde gebauten Igluhaus.

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Dort zeigte uns ihr Grosskind, wie die Indianer anno dazumal lebten. Wo die kleinen Baby's eingewickelt wurden und wie man anhand der Trage erkennen konnte, ob es sich um ein Junge oder ein Mädchen handelte. (Lag das Ende der weissen Schnur nach rechts, war es ein Mädchen, lag das Ende nach Links, war es ein Junge)

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Danach führte uns seine mittlerweile 93-jährige Grossmutter vor, wie sie aus Schafswolle Garn machte und weiter verarbeitete, bis sie schlussendlich zu Wollfaden wurde, mit dem die Grossmutter Teppiche weben und spinnen konnte (die übrigens bei Sammlern auf der ganzen Welt grösste Beliebtheit erfreuen).

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Auf einem Bild daneben war abgebildet, mit welchen Mitteln die Wolle gefärbt wurde.

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Gerne hätte ich ihr eines ihrer Werke abgekauft, doch leider waren die Preise etwas gar über meinem Budget. So beliess ich es bei einem Foto und einem Trinkgeld.

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Laramie lernte uns unterdessen einige Wörter in der Navajo Sprache, die unter älteren Indianer immer noch gesprochen wurde. Wir verabschiedeten uns mit dem Versuch des Indianerwortes "Bye-Bye" bei seiner Grossmutter (die uns  ein freundliches Lächeln schenkte) und machten uns auf den Weg zu weiteren traditionellen Orten, an denen heute noch Feste, wie Hochzeiten oder Begräbnisse, stattfanden.

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Wir kamen vorbei am Auge des Falken...

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...in den Fels geritzte Zeichnungen von Hirten und Farmern...

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...am Tempel des Adlers...

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...wilden Pferde...

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...bis wir schlussendlich auf einer Art Terrasse angekommen waren... dem Sunset-point. Unser junger Indianer stellte den Motor ab und stieg aus. "Von diesem Punkt habe man die schönste Aussicht, um den Sonnenuntergang zu genießen", versprach er uns. Wie recht er doch hatte... einige Ausschnitte, was sich vor unseren Augen abspielte: Ich und....

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...meine zwei Begleiterinnen aus New York.....

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...konnten kaum glauben......

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...schön die Natur doch sein kann!

Als es Nacht wurde, machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Beim Camper, der zwei New Yorkerinnen angekommen, luden uns die beiden aufgeweckten Girls spontan zu einem Glas Champagner ein. Laramie nahm zu meinem Erstaunen auch gerne ein Glas und stieß mit uns zu. Wir tauschten alle die Kontaktdaten aus und verabschiedeten uns kurze Zeit später voneinander. Laramie fuhr mich zu meinem Auto, dass das letzte auf dem Parkplatz war. Für mich war klar, ihm wollte ich nicht einfach ein Trinkgeld geben...nein für spezielle Personen verbunden mit speziellen Erlebnissen, hatte ich ja etwas besonderes aus der Heimat dabei... als ich meinen Kofferraum schloss und zu Jeep zurückkehrte, strahlte er fast schüchtern, als ich ihm das neue Victorinox- Messer in die Hand drückte. Ich erklärte kurz, was er alles damit machen konnte und amüsierte mich über sein erstauntes Gesicht. Laramie bedankte sich bei mir mit einer freundschaftlichen Umarmung und wünschte mir alles Gute auf meinem Weg.

Mittlerweile war schon halb elf und ich musste noch etwa 45 Minuten fahren, bis zu meinem Hotel. So machte ich mich auf den Weg durch die hereinbrechende Nacht... in Gedanken an die unvergessliche Tour, die 1.5h dauern sollte, und schließlich 3.5h dauerte....!

Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen!

Colorado River Tour / Arizona

Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es zuerst mit dem Car durch einen langen Tunnel den Canyon hinab, zu den Anlegestellen der Schlauchboote. Bevor wir jedoch in den Tunnel fahren durften, mussten wir eine Sicherheitskontrolle der US-Army passieren, die die Zufahrt zum Damm sicherte. Der Tunnel war mehrere Kilometer lang und sehr steil. Er führte uns zu einer Plattform, von dort aus wir auf die Boote aufgeteilt wurden. Es war ein Bilderbuchmorgen. Hinter uns der riesige Glen Dam, vor uns der noch ruhig fliessende Colorado River.

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Wir waren um die 10 Passagiere auf dem Schlauchboot. Wer jetzt denkt, dass wir Flussabwärts paddeln mussten, der hat sich geirrt. Schliesslich war ich hier im Land der Fastfood-Ketten. Aus dem Grund hatte das Schlauchboot auch einen starken Aussenbordmotor. Jedoch liessen wir uns grösstenteils stromabwärts treiben ohne den Motor zu gebrauchen. So konnten wir entspannt den neuen Morgen geniessen. Im Licht der aufgehenden Sonne erstreckte sich vor uns das wunderschöne Flussbett des Colorado River's mit seinen roten steilen Felswänden.

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Am Ufer erspähten wir Reiher, Adler und Geier. Wir passierten Fischer, die im kalten Wasser standen, und ihre Fischerschnur über das Wasser schwangen. Kanufahrer kamen uns flussaufwärts entgegen und ab und zu sahen wir ein Parkranger auf seiner Patrouille. Der Colorado River, so erzählte uns unser Guide (übrigens ein etwas stämmiger Indianer), darf von Allen frei benutzt werden. Auch das Zelten am Ufer ist kostenlos. Etwas weiter flussabwärts legten wir einen halbstündigen Stop in einer Sandbucht ein. Es gab Toiletten und kalte Orangenlimonade. An einer Felswand, wenige Meter vom Ufer entfernt, zeigte uns unser indianischer Begleiter Felszeichnungen, die vor Jahrhunderten von indianischen Hirten in die roten Felsen geritzt wurden.

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Kurze Zeit später ging es weiter flussabwärts. Wir passierten den Horseshoe Bend, den wohl bekanntesten Felsen und beliebtes Fotoobjekt auf dem Weg zum Crand Canyon. Vom Fluss aus, sah man die Besucher, die 400m weiter oben am Felsrand standen. Bemerkenswert ist, dass die Aussichtsplattform keine Absperrungen hat. Von oben gesehen, macht der Colorado River ein 180° Wende (eine hufeisenförmige Schleife). Vom Fluss aus sieht das Ganze etwas unspektakulärer aus. Jedoch habe ich mir eine Postkarte von der genannten Aussicht besorgt.

DSC_0651 Auf der Weiterfahrt passierten wir eine Gruppe, die sich soeben am Uferrand für eine einwöchige Flussfahrt bereit machte. Sie bepackten zwei grosse Schlauchboote und verstauten Proviant und andere Vorräte in zwei kleinen Beibooten. irgendwie beneidetete ich die handvoll Touristen, die dieses Abenteuer durch den Grand Canyon erleben durften, gerade ein wenig. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre ich sicher auch auf ein solches Abenteuer.

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Ein weiterer Höhepunkt auf unserem Kurztrip war, als uns unser indianischer Guide, auf einmal eine Holzflöte aus einer Tasche zog und uns fraget, ob er uns etwas darauf vorspielen dürfe. Es war eine ähnliche Holzflöte, auf der uns auch schon der Indianer im Antelope Canyon etwas vorspielte. So fing unser Begleiter an zu spielen. Um uns herum war es absolut still. Die hohen Felswände des Colorado River gaben die einzelnen Töne immer wieder zurück. Es war eine eindrucksvolle Stimmung. Mit geschlossenen Augen entlockte er seiner Flöte langgezogene Laute, die zum Teil eher Vögellauten ähnelten. Als er die Flöte absetzte, erntete er spontanen Applaus, für seine schöne Vorstellung.

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Nun hatten wir es aber eilig, um rechtzeitig zum Endpunkt unseres Trips zu gelangen. Mit Hilfe des Aussenbordmotors fuhren wir nun flussabwärts. Langsam wechselte auch die Vegetation um uns herum. Aus roten Felswänden wurden zum Teil grosse hohe Sanddünnen. Nach etwa 15-minütiger Fahrt erreichten wir unseren Endpunkt. Mittlerweile war das Thermometer bereits über 30° C geklettert. Ein Bus erwartete uns am Ufer. Wir verabschiedeten uns von unser Guide und stiegen in den klimatisierten Bus ein, der uns zurück nach Page fuhr. Für mich war es ein unvergessliches Erlebnis, einmal einen Teil des über 2000km langen Colorado River zu befahren und seine Grösse und Schönheit zu geniessen.

2Zurück in Page, bekam ich dann doch noch mein bestelltes Lunchpaket, das ich eigentlich am Morgen mitnehmen sollte. Jedoch hat mir dies niemand mitgeteilt, dass ich es selbst abholen musste. Danach machte ich mich auf zu meinem Motel, wo ich in mein fertig gepacktes Auto stieg und mich aufmachte in Richtung nächstes Highlight: "Monument Valley im Navajo Reservat ".

Sonntag, 23. August 2009

Antelope Canyon and Lake Powell / Arizona

Spätabends kam ich in Page an. Umgehend suchte ich mein zuvor reserviertes Motel auf. Müde von den vielen Eindrücken aus dem Bryce Canyon legte ich mich schlafen. Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg zu den beiden Antelope Canyon's auf, die von den Navajo-Indianer verwaltet werden. Die Upper und Lower Antelope Canyons, haben erst seit etwa fünf Jahren an Bekanntheit gewonnen. Zuvor waren sie nur unter Insidern bekannt. Da sie auf dem Reservatsgebiet der Navajo-Indianer liegen, und auch durch diese verwaltet werden, gehören sie nicht zu den National Parks der Vereinigten Staaten.

Der Lower Canyon, ist der schmälere von Beiden. Fünf Minuten von Page entfernt, biegt ein kleiner Naturweg zum Parkplatz vor dem Canyoneingang ab. Keine grosse Eingangstafel war zu sehen, sondern nur ein handbeschriebenes weisses Blatt, mit der Aufschrifft: " Lower Antelope Canyon". Auf dem Parkplatz standen eine handvoll Autos und Camper. Ein kleines Holzhäuschen markierte die Kasse.

Der Eintritt kostete mich $30.00. Dafür erhielt ich ein Fotografenausweis, der mich berechtigte 6h im Canyon zu verbringen, um Fotos zu machen. Ohne Ausweis hätte ich nur 2h Zeit gehabt. Den Ausweis erhielt ich Dank meinem Dreibeinstatives, das ich mir zuvor im Walmarkt gekauft habe. Da im Canyon relativ wenig Licht vorhanden ist, kann ich somit die besten Fotos schiessen.

Bewaffnet mit Fotostativ, Fotoapperat und Videokamera ging es mit dem Indianer los Richtung Canyoneingang. Nur wo war der überhaupt? Ich sah nur Sträucher und roter Sandstein. Doch, da sah ich eine kleine Öffnung im Boden. War das der Eingang?

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Ich zwang mich durch den schmalen Canyoneingang. Ich stieg die steile Eisentreppe hinab, immer weiter unter die Erde. Langsam wurde der Canyon breiter. Von weniger als einem halben Meter wuchs er auf einen Meter Breite an. Nun konnte ich mich endlich besser bewegen. Was sich nun vor meinen Augen befand, ist ein weiteres Highlight meiner Reise durch die Parks.

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Über Tausenden von Jahren hatte sich das Wasser des Colorado River einen Weg durch den Canyon gesucht. Seit dem Bau des 216 Meter hohen Glen-Canyon-Dam, der 1964 den Lake Powell bildete, wird der Canyon nur noch selten mit Wasser durchspült. Jedoch kommen diese flutwellen-artigen Überschwemungen meist bei starken, anhaltenden Regenfällen. Innert Sekunden füllt sich der Canyon mit Wasser. Aus diesem Grund haben 1997 elf Besucher ihr Leben im Canyon verloren, da sie von der Wassermasse überrascht wurden und ertranken. Aus diesem Grund sind die Antelope Canyons nur bei gutem Wetter begehbar.

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Das Wasser hat die roten Sandsteine über die Jahre so abgewaschen, dass die ganze Canyonwand wie eine riesige Steinwelle aussieht. Es gibt kaum Ecken und Kanten. Alles ist rund und fein.

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Durch das einfallende Sonnenlicht ergab sich ein sonderbar mysthisches Licht im Canyon, das man nur mit Langzeitbeleuchtung auf Fotos festhalten kann.

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Der Lower Canyon war wirklich nur etwas für bewegliche Besucher. Nicht selten musste ich mich zwischen den Wänden hindurchdrücken. Hindernisse bewältigen, steile Treppen hinabsteigen, oder mich verrenken, um nicht stecken zu bleiben.

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Der Lower Canyon war insgesamt etwa 400m lang. Als ich am Ende des Canyons nach ca. 3h die Treppe hinaufstieg, zurück an die Erdoberfläche, hatte ich das Gefühl, als verlasse ich eine spezielle Welt.

Oben angekommen, sah ich von oben, was ich zuvor von unten gesehen hatte. Entscheidet selbst, was euch besser gefällt...

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Unspektakulär, nicht? Jedoch beunruhigte mich etwas ganz anderes. Ich sah die dunkeln Wolken, die sich am Horizont langsam auf mich zubewegten. Nichts wie los zum Upper Canyon, dachte ich. Bevor die den Canyon schliessen. Ich beeilte mich also, und fuhr mit dem Auto zu dem 100m entfernteren Parkplatz des Upper Canyons. Zu meinem Schrecken, gab mir die Frau an der Kasse zu verstehen, dass die letzte Tour gerade begonnen hatte, und sie wegen des Wetters keine Weitere durchführen würden. Das durfte ja nicht wahr sein, dachte ich! Zu meinem Glück fragte sie per Funk zur Sicherheit nochmals nach, als drei grosse Camper hinter mir in die Einfahrt einbogen. Ich schnaufte hörbar auf, als sie mich durchwinkte. Ich hatte nochmals $30.00 bezahlt. Dann nahm ich hinten auf einem umgebauten Jeep platz und los ging die 10-minütige Fahrt durch den tiefen Sand zum Eingang des Canyons. Wir wurden richtiggehend durchgeschüttelt, was nicht allen gefiel. Anscheindend hatte der Navajo-Indianer es eilig.

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Der Eingang des Upper Canyons war in keinem Vergleich zu dem des Lower. Der Boden des Upper Canyons war im Gegensatz flach und eben. Wenn kein Sand am Boden läge, wäre er sogar rollstuhlbegehbar. Unser Fahrer war auch gerade unser Tourguide, der unsere Gruppe durch den grösseren Canyon führte. Er erzählte uns über die Entstehung und die Rituale, die sie darin feierten, und über deren Bedeutung.

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Er spielte uns auf seiner mitgebrachten Flöte ein Lied vor, das die Canyonwände dutzende Male wiedergaben. Einfach überwältigend!

Dann zeigte er uns, wie es aussieht, wenn ein Sandsturm über den Canyonrand fegt.

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Hunderte von kleinen und grossen Sandfällen rieselten dann von den einzelnen Vorsprüngen herunter auf den Boden. Das darin spiegelnde Licht trägt das Seinige dazu bei, dass es aussieht wie ein gemaltes Bild.

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Die Tour dauerte etwa 45 Minuten. Leider blieb mir kaum genügend Zeit um Fotos zu machen. Trotzdem gelang es mir einige gute Bilder zu machen.

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Zurück in Page, entschloss ich mich, den Nachmittag noch am Lake Powell zu verbringen. Für eine Schiffsfahrt zu der weltgrössten natürlichen Steinbrücke, der Rainbow-Bridge, zu fahren, war es leider zu spät. Da vom Ufer nicht viel zu sehen war, fuhr ich zurück in die Stadt. Beim Besuch im Visitor Informationscenter fiel mir ein Prospekt auf, auf dem eine Schlauchbootfahrt auf dem Colorado-River angeboten wurde. Interessiert erkundigte ich mich über die Details. Minuten später fand ich mich im Büro eines Ladens wieder, der sich auf Colorado-River Fahrten spezialisiert hatte. Es dauerte nicht lange, bis mich die nette Bedienung überredet hatte für den nächsten Morgen (7 Uhr) eine halbtägige Exkursion auf dem Colorado-River zu buchen. Vom Staudam aus soll es 16 Meilen flussabwärts Richtung Grand Canyon gehen. Was für ein Spektakel!

Den Sonnenuntergang genoss ich am Staudam, von dem ich Morgen losfahren sollte.

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DSC_0599 Zum Abendessen leistete ich mir für ein Mal ein richtig grosses AAA Top Sirlon T-Bone Steak! Auf der Terrasse des Restaurants genoss ich den lauen Abend und die Country-Musik von der Live Band.