Sonntag, 23. August 2009

Bryce Canyon National Park / Utah

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Ich übernachtete in dem kleinen Ort Cannonville unweit des Bryce Canyon entfernt. Ein typischer Ort, wie zu Wild West-Zeiten. Die Zeit schien hier stehen geblieben zu sein. Mein kleines Motel bestand aus einem grösserem zweistöckigen Holzhaus. Im Parterre führte die Familie ein General Store mit allerlei Sachen zum Leben. Ein kleines Restaurant war auch gleich im Laden untergebracht. Draussen auf dem sandigen Vorplatz waren vier alte Tanksäulen zu sehen (voll funktionstüchtig!). Um das Haus standen alte Trucks, Pickup`s und Autos, die das Zeitliche schon längst gesegnet haben. Nur die Motelzimmer im zweiten Stock (die nur über die Feuertreppe zu erreichen waren) waren im Laufe der Zeit renoviert worden. Sie sahen sogar richtig süss aus. Auch kabelloses Internet gab es zu meinem Erstaunen hier. Der Ort selber bestand aus etwa 200 Einwohner. Ein Einheimischer erzählte mir am nächsten Tag, dass man vor einiger Zeit sogar die Kinder in eine entferntere Schule umquartieren musste, da zunehmend Fälle von Inzucht auftraten.

Am nächsten Morgen stärkte ich mich mit einem kleinen Frühstück im General Store. Dann machte ich mich auf den Bryce Canyon National Park zu erkunden. Es war ein wunderschöner Sommertag, perfektes Wetter für gute Aufnahmen.

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Der Bryce Canyon liegt auf einer Höhe von 2400 bis 2700m. Deshalb kann es auch gut sein, dass noch bis weit in den Spätfrühling Schnee im Canyon liegt. Er unterscheidet sich von anderen Canyons durch seine einzigartigen geologischen Strukturen. Wind, Wasser und Eis erodierten die Kante des Plateaus zu großen Amphitheatern mit bizarren Felsnadeln, so genannte Hoodoos. Diese Felsnadeln erreichen eine Höhe bis zu 60 Meter. Die so entstandenen Amphitheater erstrecken sich über eine Länge von über 30 km. Die roten, orangefarbenen und weißen Sedimente bieten einmalige Aussichten. 

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Oben auf der Aussichtsplattform angekommen, bot sich mir ein gigantischer Ausblick auf den Canyon mit seinen abertausendenden von  Hoodoos. Ich war überwältigt. Wasser, Wind und Eis hatten über die Jahrtausende unglaubliche Formen und Figuren aus dem Gestein erodiert. Kein Hoodoo war gleich.

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Nach dem ich über eine Stunde die Aussicht genossen hatte, begab ich mich auf eine Wanderung in den Canyon hinunter. Einen zwei-stündigen Rundweg im Tal. Auf einem schmalen Pfad stieg ich hinab zu den Wurzeln der Hoodoos.

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Von Unten sah alles noch imposanter aus. Die Steinnadeln wirkten wie Hochhäuser in einer Grossstadt. Wie eine kleine Ameise kam ich mir in dem Moment vor, die sich durch hohes Gras einen Weg sucht. Wie schön die Natur doch sein kann.

8Weiter unten im Canyon fand ich zwei natürliche Steinbrücken, über die man gehen konnte.

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An einer Weggabelung im Tal des Canyons, als ich gerade mich daran machte einige Fotos zu knippsen, fiel mir eine Bewegung am Hügel vor mir auf. Ich schaute genau hin.

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Da war doch tatsächlich eine etwa 1.5m lange Schlange direkt vor meiner Nase. Interessiert beobachtete ich sie. Als ich plötzlich bemerkte, dass ich nicht allein war.

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Ein Squirrel (Eichhörnchen) pirschte sich ebenfalls vorsichtig und langsam an die Schlange an. Was sich nun vor meinen Augen abspielte, ist nur schwer zu beschreiben. Ein Naturspektakel der besonderen Art. Ein Kampf zwischen dem Squirrel und der Schlange...!

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Was denkt Ihr, wer von den beiden ist schneller? Eichhörnchen oder Schlange?

Der Kampf spielte sich so ab: " Die Schlange hatte sich mittlerweile mit dem Schwanz in ein Art Erdloch zurückgezogen. Was sich in dem Erdbau befand, fanden wir leider nicht heraus. Schon lange war ich nicht mehr der Einzige, der das Schauspiel beobachtete. Über zwanzig weitere Personen standen in gebührenden Abstand (2m) um den Kampfring herum.  Keiner der Beiden liess sich dadurch stören. Irgendwas musste im Erdloch sein, da das Eichhörnchen unbedingt in das Loch wollte. Ob es nur ein Essensvorrat war, oder sogar Junge? Das Problem bestand nur darin, dass die Schlange den Erdbau in Beschlag genommen hatte. Also was blieb dem Eichhörnchen anders übrig als die Schlange aus dem Loch zu vertreiben. Also pirschte sich das Squirrel vorsichtig an die Schlange heran (natürlich von hinten) und biss doch tatsächlich diese in den Hinterteil ihres Körpers! Die Schlange ihrerseits schoss blitzschnell herum und versuchte den Angreifer zu beissen. Das Eichhörnchen war aber schnell genug und sprang über die Schlange hinweg und landete in sicherer Distanz.

14  Wer jedoch gedacht hat, dass das Eichhörnchen so schnell aufgab, hat sich gewaltig geirrt. Immer und immer wieder versuchte das mutige Tierchen, die Schlange aus dem Bau wegzulocken, indem es sie langsam von Hinten anschlich und zu biss. Die Schlange fauchte und zeigte ihre zwei langen Zähne. Das beeindruckte das Squirrel jedoch nicht. Ab und zu standen sie sich auch Auge in Auge gegenüber, nur 10cm von einander entfernt. Die Schlange versuchte vergeblich den flinken Angreifer zu erwischen, jedoch ohne Erfolg. 45 Minuten dauerte der Kampf, ehe das Eichhörnchen doch dann aufgab und sich verzog. Wer weiss, evtl. um neue Kräfte zu sammeln für ein neuer Angriff....

15 Alle waren entzückt, so was hatte noch niemand so hautnah erlebt. Den unglaublichen Kampf habe ich auf Video festgehalten. Leider kann ich dieses jedoch nicht auf den Blog laden. Wer "The Fight" also sehen möchte, muss sich gedulden, bis ich zu Hause bin.

Nach diesem eindrücklichen Naturspektakel machte ich mich an den Aufstieg. Unterwegs traff ich Ken.

16 Ken ist um die 30ig, wohnt in Beverly Hills. Er arbeitet für die Filmindustrie als Mikrophonhalter. Unter anderem hat Ken in American Pie dafür gesorgt, dass man die Schauspieler versteht. Gemeinsam stiegen wir zum Rand des Canyons hinauf.

Oben angekommen, genossen wir nochmals die schöne Aussicht und verabschiedeten uns. Ken lud mich ein, für das nächst Mal, wenn ich in L.A. bin, bei ihm zu übernachten. Die Eltern seiner Freundin haben eine riesen Villa mit genügend Platz.

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Mit dem Auto machte ich mich auf, dem Canyonrand entlang, die verschiedenen Aussichtsplattformen zu besichtigen. An einem Stop machte ich eine höchst interessante Entdeckung.

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Da stand doch tatsächlich auf dem Parkplatz ein umfunktionierter Lastwagen mit einem Schweizerkreuz! Könnt ihr das Nummerschild erkennen? Genau ein St. Galler Nummerschild! Hier in Utah! Ich sprach das Ehepäärchen an, das ausstieg.

Ein Mann und eine Frau gegen die 60ig aus der Schweiz. Sie erzählten mir, dass sie seit 10 Jahren auf der ganzen Welt unterwegs seinen mit ihrem umfunktionierten und selbst umgebauten Lastwagen. Von Zeit zu Zeit flogen sie wieder in die Heimat zurück. Jedoch, so erzählten sie mir, hielten sie es nie lange zuhause aus.

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Nach einem kurzen Smalltalk mit den frühpansionierten Ehepäärchen, fuhr ich weiter der Strasse entlang, von einer Aussichtsplattform zur Anderen. Die Aussichten von den jeweiligen Plattformen waren einfach grandios!

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DSC_0391Ich fand sogar an einem schattigen Plätzchen noch einen Überrest Schnee vom letzten Winter. Man kann sich nur allzu gut vorstellen, wie der Bryce Canyon im Winter aussehen muss. Wenn die roten Steinnadeln mit weissem Schnee überdeckt sind. Meine Zeit war jedoch langsam gekommen um diesen herrlichen Flecken Erde zu verlassen. Denn ich musste heute noch nach Page am Lake Powell im Bundesstaat Arizona fahren. Und so machte ich mich bei Sonnenuntergang auf den Weg an mein nächstes Ziel. Den Antilope Canyon bei Page. DSC_0222

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