Dienstag, 21. Juli 2009

San Diego / California

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Am Nachmittag des 8. Augusts traf ich Räfu am Ocean Beach von San Diego. Nach einer herzlichen Begrüßung fuhren wir gemeinsam zu seiner Gastmutter, die unweit von Downtown in einer Blockwohnung wohnte. Carole war eine nette Dame, mittleren Alters. Sie hatte Krebs und musste sich deshalb einmal monatlich einer Woche andauernden Chemotherapie unterziehen, die ihr sehr viel Energie raubte. Sie besass zwei kleine Hunde, wovon einer noch ein Baby war, das ihren ganzen Haushalt durcheinander brachte.

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Carole war überaus freundlich und freute sich über meinen Besuch. Für den Abend hatte Räfu mit seinen Schulkollegen/innen einen Partybus organisiert. Dort wollten wir meinen Geburtstag nachfeiern. Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns bereit für den Ausgang. Ich freute mich wieder einmal etwas Party zu machen! Vor der Schule trafen wir seine Klassenkameraden/innen. Räfu begrüsste die Gruppe mit einem "Tschou zäme" Ich war verwundert! Wir waren doch nicht in der Schweiz! Er erklärte mir, dass ca. 90% Schweizer seien. Na dann..."Tschou zäme!" Wir waren um die 30 Personen. Als der Partybus kam, staunte ich nicht schlecht. Ein schwarzer Klein- Limousinenbus mit verdunkelten Fenstern. Im Innern waren entlang der Wände schwarze Sofas aufgestellt. Dazwischen befanden sich Flaschen -und Becherhalterungen. Eisbehälter waren auch da. An der Hinterwand hing ein grosser LCD Fernseher und darunter war ein Multyplayer angebracht, an dem wir Ipod und Iphone anschliessen konnten. Die Fahrt ging los zum ersten Liquid Store. Dort kauften wir uns alle Getränke. Der ganze Spass kostete jeden von uns 30 Dollar. Dabei enthalten waren 3h Busfahrt und die selbstgekauften Getränke. Und dann ging es los...."Tschou zäme"!!!

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Während der Fahrt konnte man stehen und tanzen. Räfu hatte mich vorgewarnt, keine hellen Kleider anzuziehen. Das war auch besser! Es gab noch Eisenstangen an der Decke, an denen man sich festhalten konnte....tja manchmal ging es gut...manchmal auch nicht :-) Auf jeden Fall war ich nicht mehr ganz so nüchtern, als wir nach drei Stunden in Downtown ausstiegen ;-) (gäu Räfu) Mit dem Taxi fuhren wir dann nach Hause...

Am Samstag zeigte mir Räfu Downtown San Diego und die Shoppingmeilen. Genau an diesem Wochenende, an dem ich in San Diego war, fand das bekannte Red Bull Airrace statt. Am Sonntag begaben wir uns zur Hafenbucht um den Final der verbleibenden acht Piloten zu sehen. Einer gegen Einen, auf Zeit. Der schnellere kam eine Runde weiter, der langsamere von Beiden schied aus.

Zuerst gab es typisch amerikanisch, eine grosse Eröffnungszeremonie mit Nationalhymne. Dieses Mal wurde die Amerikanische Flagge von einem Militärhelikopter über die Bucht getragen. (alle Amerikaner, die ich gesehen habe, haben die Hymne mitgesungen!) Es lebe der Nationalstolz der Amerikaner...

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Nach der Militärdarbietung mit dem krönenden Abschluss eines langsam anfliegenden FA-18 Super Hornet (30% grösser als unser in der Schweiz), der, sobald er über unseren Köpfen war, mit donnerdem Getöse der Triebwerke mit Nachbrenner in den Himmel stieg.

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Die Zuschauer jubelten begeistert, während dem mein Trommelfell immer noch weh tat vom Lärm. Das Rennen begann....

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....und ein unglaubliches Spektakel spielte sich vor unseren Augen ab! Kaum zu glauben, wie wendig die Sportflugzeuge von den Piloten durch den im Wasser gesteckten Kurs gelenkt wurden. Mit unglaublicher Geschwindigkeit schossen die Flugzeuge metergenau zwischen den luftgefüllten Pilonen durch.

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9 Die Piloten stürzten aus dem Himmel herab, durch die Startpilonen durch und ab da fing die Zeit an, zu laufen. Nach zwei weiteren Pilonen, die im Messerflug (wie oben im Bild zu sehen) durchflogen werden mussten, ging es in einen Slalomkurs.

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Weiter ging es von da aus zwischen den dahinterstehenden Pilonen hindurch. In einem möglichst kleinen Bogen wurde um die Pilone einen Kreis geflogen, um diese sogleich von der anderen Seite zu durchfliegen. Danach kamen zwei weitere Hindernisse, dann begann das Ganze nochmals, bis der Pilot völlig erschöpft von den enormen G-Kräften durchs Ziel flog...

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...die Piloten, die noch Kraft hatten, gaben nach dem Zielflug noch eine kleine Showeinlage dazu. Der ganze Kurs (zwei Runden) wurde in ca. 1 Minute 30 Sekunden geflogen! An dieser Stelle sollte eigentlich ein Video sein, doch leider hat das nicht geklappt. :-(

Das Ganze spielte sich knapp 100m von uns entfernt ab. Nicht auszudenken, was passiert, wenn ein Pilot ohnmächtig würde und die Maschine in die tausenden von Zuschauern am Ufer hineinrasen würde. Zum Glück passierte nichts.

In den Pausen zwischen den Viertel- und Halbfinalen kamen wir in den Genuss eines weiteren Highlights! Ich staunte nicht schlecht, als plötzlich am Himmel stand....

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Fünf Flugzeuge schrieben folgendes an den Himmel: HAPPY MOTHERS- DAY MAY 16- 17 2009 GEICO.COM Darauf folgten noch weitere Werbungen. Ich war erstaunt.Sowas hatte ich noch nie gesehen. Mit Hilfe von Flugzeugen und perfekt koordiniertem Rauchauslass, wurden so Wörter an den blauen Himmel geschrieben...schon erstaunlich, was mit der heutigen Technik alles möglich ist! Wie lange mag es wohl dauern, bis das nach Europa kommt?

Den Rest, des Nachmittages verbrachten wir im grossen Outletcenter, nahe der mexixanischen Grenze zu Tichuana, mit shoppen.

Am Montag nahm sich Räfu frei um mit mir den weltbekannten Zoo von San Diego zu besichtigen.

13 Der Zoo ist vor allem bekannt dafür, dass er eine der artgerechtesten Haltungen der Tiere hat. Er ist eher aufgebaut, wie ein riesiger Park mit Bäumen und Planzen. Meist sind die Gitter kaum zu erkennen. Der grösste Teil des Parkes ist auf zwei Etagen begehbar. Auf langen Hängebrücken aus Holz, oder auf kleinen Buschpfaden im Dschungel kann man die verschiedensten Tiere sehen. Hier einige Eindrücke:

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Der krönende Abschluss unseres Zoobesuches war eine Gondelfahrt über den ganzen Zoo.

Am Nachmittag holten wir zwei von Räfü`s Mitschülerinnen und einen Mitschüler von der Schule ab und legten uns bei dem Mehrfamilienhaus, in dem Carole eine Wohnung hatte, an den Pool und genossen den schönen Nachmitag bei einem kühlen mexikanischen Bier. Rick, der ausgesprochen nette Sohn von Carole, lebte auch in dem Haus. Eine interessante Person dieser Rick. Tätovierer und Pircer in einem. Ein Art Freund für alle Fälle. Auf jeden Fall machte Rick für uns alle Erdbeertörtchen mit Eis und Sahne

Am Dienstag musste Räfu wieder in die Schule. Ich stattete dem Cabrillo National Monument Park einen Besuch ab. Der Park liegt auf nordwestlichen Seite von San Diego, am äussersten Zipfel Land.

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Vom Visitor Center hat man einen herrlichen Überblick über die Bucht von San Diego und Downtown. Auch soll man Wale beobachten können. Das Glück blieb mir jedoch verwehrt.

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Dennoch genoss ich die schöne Aussicht auf die Stadt und das Meer.

Am Nachmittag holte ich Räfu von der Schule ab. Im Internet hatte ich herausgefunden, dass heute Abend in Anaheim die Ducks (mit Jonas Hiller im Goal) gegen die Detroit Red Wings im Play-off Viertelfinal der NHL spielten. Das Spektakel wollte ich mir nicht entgehen lassen. Auch um so mehr, da alle anderen verbleibenden Mannschaften weit entfernt spielten. Ich überredete Räfu, als nicht Eishockeyfan, mich zu begleiten. Wir kauften uns via Internet Tickets (für $80.- !) und fuhren kurze Zeit später los, zu dem ein einhalb Stunden entfernten Anaheim.

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Mit Verspätung kamen wir in Anaheim an. Vor der Honda-Arena hatte sich ein langer Stau gebildet. Wir parkten das Auto und begaben uns schnell ins moderne Stadion der Anaheim Ducks (früher Micky Ducks, nach dem Inhaberwechsel jedoch nur noch Ducks)

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Das Spiel war schon in vollem Gange. Es stand 0:0 in der 8. Spielminute, als wir zu unseren Plätzen in einer der oberen Reihen empor stiegen. Das Stadion war mit gut 18`000 Sitzplätzen fast ausverkauft. Die Stimmung war, entgegen meiner letzten Erfahrung vor zwei Jahren in San Jose, erheblich besser. Vielleicht kommt es davon, dass es ein Play-off Spiel war. Das Team aus Detroit war Favorit in dieser Best of 7 Serie und lag auch mit 3-2 Siegen vorne, und konnte sich, bei einem Sieg in Anaheim für die Halbfinals qualifitzieren. Die Ducks hielten jedoch ganz gut dagegen und gingen ihrerseits anfangs zweites Drittel mit 1:0 in Führung. Ich war erstaunt! Das Publikum feierete das Tor, fast wie es die Fans in den Schweizer Ligen tun. Das Spiel war sehr schnell! Detroit versuchte vergeblich auszugleichen. Immer und immer wieder scheiterten sie am hervorragenden Schweizer Jonas Hiller im Tor von Anaheim. Es waren die Ducks, die gegen Ende des Mitteldrittels die Führung auf 2:0 ausbauen konnten. In der Pause traffen Räfu und ich das Ducks- Maskottchen beim Fotoshutting...

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Im dritten Drittel erhöhten die Ducks sogar auf 3:0. Das Stadion jubelte. Nun stand Jonas Hiller unter Dauerbeschuss. Das Team aus Detroit setzte zur Schlussoffensive an. Hiller parrierte Schuss für Schuss. Er schien unbezwingbar zu sein. Nach jedem "Big Save", erschien er auf der grossen Leinwand auf dem Würfel in der Mitte des Stadions . Der Junge Schweizer wurde vom Publikum gefeiert, wie kaum ein Anderer!

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Doch leider blieb ihm der Shutout verwehrt. Nach Spielschluss hiess das Resultat Anaheim Ducks 3 : Detroit Red Wings 1. Zum jubeln blieb der Heimmannschaft jedoch nicht viel Zeit. Kurz nach der Sirene entluden sich die erhitzten Eishockeygemüter der Auswärtsmannschaft in einer dreiminütigen Schlägerei!!! Das Publikum rastete fast aus vor Freude! Das ganze Stadion tobte, während sich die harten Jungs auf dem Eis mit Fäusten traktierten. Eine wahre Augenweide für jeden Box- Fan! (An dieser Stelle sollte eigentlich das Video sein, doch leider klappt es mit dem Hochladen nicht) Nun kam es zum 7. und alles entscheidenden Spiel in Detroit. Der Underdog hat den Favoriten besiegt. Bleibt noch zu sagen, dass der beste Spieler der Partie.... (in der NHL werden jeweils die besten Drei der Partie gewählt und nicht der Beste der Mannschaft)....na wie wohl hiess...? Ja klar JONAS HILLER!

Als ich mir im Fan- Shop ein T-Shirt von ihm kaufte, hielt plötzlich jemand hinter meinem Rücken einen Ausweis dem Kassier unter die Nase und sagte: "He`s with us!" Verdattert drehte ich mich um und schaute in ein männliches Gesicht. Komischerweise bezahlte ich für das T-Shirt dann nur noch die Hälfte. Ausserhalb des Fan-Shops sprach ich den Unbekannten an. Er antwortete mir in Bündnerdialekt...! Es stellte sich heraus, dass er und seine Frau gute Freunde von Jonas Hiller sind, und ein kleines Restaurant am Venice Beach nahe Los Angeles besitzen. "Wann immer Jonas Lust auf eine richtige Bratwurst mit Rösti hat, kommt er bei uns vorbei" verkündete mir der Bündner mit einem Strahlen. Dafür hätten Sie zwei gratis Saison- Karten von Jonas, mit der sie auch Vergünstigungen bei den Fanartikeln hatten. Zufälle gibt es!

Am nächsten Tag verabschiedete ich mich von Räfu, Rick, Carole und ihren beiden Hunden und machte mich auf den Weg nach Los Angeles.

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Von San Diego fuhr ich auf dem Interstate 5 in die Weltmetropole der Engel.

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