Am dritten Tag in Daytona Beach entschied ich mich das Kennedy Space Center in Cape Canaveral zu besuchen. Ich mietete mir das kleinste Auto und fuhr die einstündige Strecke mit meinem Nissan Versa nach Cape Canaveral.
Das Kennedy Space Center liegt in etwa auf der Höhe von Orlando auf einer grossen Insel (Merritt Island) direkt am Atlantik. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 567 km2! Es ist 10 km breit und 50 km lang. Das Gebiet gehört der NASA, welche hier 17`000 Mitarbeiter beschäftigt. Von hier aus starten seit 1968 die bemannten Raumflüge, wie die Apollo Missionen und die Space Shuttles. Das ganze Gebiet ist durch die US-Army hermetisch abgeriegelt und kann nur unter strengsten Sicherheitskontrollen betreten werden.
Der Name kommt übrigens vom früheren Präsidenten John F. Kennedy, der 1968 beschloss auf den Mond zu fliegen.
Das KSC hat man durch den Bau eines öffentliches Visitor Komplexes zugänglich gemacht. Heute strömen jeden Tag tausende Besucher in das KSC. In diesem Museum, zu vergleichen mit dem Verkehrshaus in Luzern, werden dem Besucher, die Geschichte der Raumfahrt, die Landung auf dem Mond, die Ausbildung der Astronauten, sowie einige ausrangierte Raketen gezeigt.
In einem 3D- Kino konnte ich einen Spaziergang auf dem Mond hautnah miterleben. Aus einem nachgebauten Kontroll-Center erlebte ich die letzte 1h vor dem Start eines Space Shuttles, was sehr interessant war. Danach ging auf eine 2.5h Busfahrt durch das ganze Areal. Auf dieser Rundfahrt waren 3 Stops, an denen ich aussteigen konnte.
Der erste Stop, war ein Aussichtsturm, von dem aus, ich eine der vielen Abschussrampen sehen konnte. Es war sogar zu sehen, dass sich eine Trägerrakete mitsamt Space Shuttle auf der Abschussrampe befand. Diese Rakete, so vernahm ich später sollte Ende April ins Weltall starten.
Von dem Aussichtsturm des zweiten Stops, konnte ich das Assambly Center sehen. In diesem über 90m hohen Gebäude mit seinen zwei riesigen Toren, werden die Raketen Stück für Stück zusammengestellt. Beiden an der Seite liegenden Zusatztanks, werden montiert und zu guter letzt kommt das Space Shuttel darauf. Die fertige Rakete wird auf einem 5km langen Schotterweg zur Abschussrampe getragen. Für diese Fahrt auf dem speziellen Fahrzeug mit Tausenden von PS ausgestattet braucht die Rakete 3 volle Tage bis sie die Abschussrampe erreicht.
Am dritten Stop konnte ich die im Modell 1:1 nachgebaute internationale Raumstation ISS begehen. Der Rundgang führte mich weiter zu einem Besuchergang, von dem ich in die Fertigungshallen der NASA sehen konnte, wo die nächsten Teile der ISS- Raumstation für ihre Mission im Weltall vorbereitet wurden. Es war eine riesige Montagehalle, in der die Mitarbeiter in Schutzkleidungen die verschiedenen Teile an den Stationen zusammenstellten.
Nach der Fahrt wurden wir in einen Raum gebracht, indem uns ein Film über die Apollo 11 Mission gezeigt wurde, danach kamen wir in eine Dunkle grosse Halle. Als das Licht an ging sahen wir das:
Ich hatte mir eine Apollo-Rakete nie in solchem Ausmaß vorgestellt! Und die beiden Zusatztanks an der Seite fehlten noch! Natürlich war auch ein Thema, das einige Leute behaupteten, die Amerikaner seien gar nie auf dem Mond gewesen und alles sei nur in den Hollywood-Studio's nachgestellt worden. Aber musstet ihr, das die Amerikaner 8 Mal auf dem Mond waren? Insgesamt waren 16 verschiedene Astronauten auf dem Mond. Ich konnte sogar ein Stücken Mond-Stein berühren, das in einem Schaukasten steckte.
Zu dem Höhepunkt des Tages zählte aber ein Vortrag von Mrs. Wendy Laurence. Sie war für 200 Tage auf der Internationalen Raumfahrtstation ISS im Jahr 2008.
Sie erzählte uns von der gemeinsamen Ausbildung mit den Russen in Sibirien und den Vorbereitungen für den Auftrag. Die Erzählungen waren begleitet durch imposante und interessante Bilder. Angefangen hat Wendy als Kampfpilot in einer FA-18, danach war sie Pilotin eines Kampfhubschrauber's der US-Navy. Eines ist mir bei den anschließenden Fotoshutting klar geworden, wenn man Astronaut werden will, darf man nicht zu groß sein :-)
Ach übrigens, dass es die Russen waren, die zuerst im Weltall waren, das nervt die Amerikaner heute noch... deshalb steht auch überall, wo es um die Geschichte der Raufahrt geht geschrieben: "Die Russen waren zwar die ersten im Weltall, aber wir wollten ja auf den Mond... ins Weltall zu kommen war ja ein Kinderspiel...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen